Schürzenschließe: Maße, Befestigung und die Sache mit der Schleife

Zweiteilige Schürzenschließe „22“ in Altsilber-Optik, Vorderseite

Eine Schürzenschließe ist ein zweiteiliger Verschluss aus Metall, der das Schürzenband vorne zusammenhält und die Schleife ersetzt. Entscheidend beim Kauf ist die Stegbreite, denn durch den Steg auf der Rückseite läuft das Band.

Hier erfährst du, welche Maße üblich sind, wie du die Schließe befestigst und was es mit der Regel „Schleife links, Schleife rechts“ auf sich hat. Wir sind Familie Kube aus Bad Endorf und fertigen unter dem Namen Trachtenschmuck Stephan seit 1949 Trachtenschmuck, Knöpfe und Schließen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stegbreite: üblich sind 25 bis 35 mm, am häufigsten 30 mm.
  • Befestigung: Jedes der beiden Teile hat hinten einen Steg. Das Band wird durchgezogen und festgenäht.
  • Schleifen-Regel: links ledig, rechts vergeben ist ein beliebter Brauch, aber nicht historisch belegt. Verbreitet hat er sich etwa seit den 1980er Jahren.
  • Vielseitig: Eine Schürzenschließe trägst du an der Dirndlschürze oder an einem Band als Trachtengürtel.

Welche Maße hat eine Schürzenschließe?

Drei Maße stehen bei jeder Schließe: die Gesamtbreite beider Teile zusammen, die Höhe und die Stegbreite. Für die Optik zählen Breite und Höhe, für die Passform zählt nur der Steg. Er muss zur Breite deines Schürzenbandes passen.

Üblich sind Stege von 25 bis 35 mm, am häufigsten findest du 30 mm. In unserem Sortiment reicht die Spanne von 20 mm bei kleinen, filigranen Schließen bis 60 mm bei der großen Schließe „41“. Die meisten Modelle liegen zwischen 25 und 35 mm.

Modell Gesamtbreite Höhe Stegbreite Preis
Schürzenschließe „4“ 42 mm 37 mm 25 mm 15,90 €
Schürzenschließe „13“ 66 mm 35 mm 30 mm 16,90 €
Schürzenschließe „22“ 66 mm 40 mm 30 mm 22,90 €
Schürzenschließe „12“ 82 mm 41 mm 35 mm 22,90 €
Schürzenschließe „2“ 78 mm 51 mm 40 mm 22,90 €
Schürzenschließe „41“ 76 mm 67 mm 60 mm 23,90 €

Tipp zum Messen: Leg ein Maßband quer über dein Schürzenband und miss die Breite. Dann suchst du eine Schließe, deren Steg dazu passt.

Wie wird die Schürzenschließe befestigt?

Auf der Rückseite hat jedes der beiden Teile einen Steg. Du ziehst das linke Bandende durch den Steg des einen Teils und das rechte durch den Steg des anderen. Dann schlägst du das Band um und nähst es mit ein paar Stichen fest, damit die Schließe nicht verrutscht. Vorne hakst du beide Teile ineinander, fertig.

Bei einigen Modellen sitzt statt eines Stegs ein stabiler Bügel, an dem das Band angenäht wird, etwa bei der runden Schürzenschließe „36“. Die Stege und Bügel löten wir in unserer Werkstatt bei mehreren Modellen von Hand an.

„An der Rückseite befindet sich je Teil ein Steg zur Befestigung des Bandes.“

Sebastian Kube, Trachtenschmuck-Manufaktur

Die Sache mit der Schleife

Wer eine Dirndlschürze bindet, kennt die Frage: Wohin mit der Schleife? Erzählt wird meist folgende Regel:

  • Links: ledig, also noch zu haben.
  • Rechts: vergeben, verlobt oder verheiratet.
  • Mitte: Jungfrau.
  • Hinten: verwitwet, oder bei Bedienungen schlicht praktisch.

Klingt nach alter Tradition, ist es aber nicht. Fachleute aus der Trachtenpflege ordnen den Schleifen-Code als jungen Brauch ein, der sich etwa seit den 1980er Jahren verbreitet hat. Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, nennt ihn eine relativ neue Geschichte. Ursprünglich diente die Schleife nur dazu, die Schürze zu binden. Du darfst die Regel also gern erzählen und mitspielen, eine Pflicht ist sie nicht.

Mit einer Schürzenschließe stellt sich die Frage ohnehin nicht, denn sie sitzt vorne in der Mitte.

„Bist du dir unsicher, ob die Schleife links oder rechts an die Dirndl-Schürze gehört? Mit unseren Schürzenschließen sparst du dir in Zukunft die Überlegung.“

P.S. „Nur weil du die Schürzenschließe in der Mitte trägst, wirst du nicht zur Jungfrau, außer du bist es schon vom Sternzeichen.“

Sebastian Kube

Schürzenschließe als Trachtengürtel

Viele unserer Schließen eignen sich auch als Verschluss für einen Trachtengürtel. Dafür nähst du die beiden Teile an ein Band in passender Breite, zum Beispiel an ein Samt- oder Ripsband. So wird aus einer Schließe ein Gürtel für Dirndl, Rock oder Kleid. Passend dazu findest du Miederhaken und Miederketten sowie weiteren Schmuck fürs Dirndl.

Häufige Fragen zur Schürzenschließe

Welche Stegbreite brauche ich?

So breit wie dein Schürzenband. Üblich sind 25 bis 35 mm, am häufigsten 30 mm.

Muss ich die Schürzenschließe annähen?

Das Band wird durch den Steg gezogen und dann festgenäht. So bleibt die Schließe an ihrem Platz, auch beim Tanzen.

Wo trage ich die Schürzenschließe?

Vorne in der Mitte, dort, wo sonst die Schleife sitzt.

Stimmt die Regel „links ledig, rechts vergeben“?

Sie ist ein verbreiteter Brauch, aber nicht historisch belegt. Bekannt geworden ist sie etwa seit den 1980er Jahren.

Kann ich eine Schürzenschließe auch als Gürtel tragen?

Ja. An einem Band in passender Breite wird sie zum Verschluss für einen Trachtengürtel.

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Über den Autor: Sebastian Kube führt mit seiner Familie die Trachtenschmuck-Manufaktur in Bad Endorf im Chiemgau. Unter dem Namen Trachtenschmuck Stephan fertigt die Familie seit 1949 Trachtenschmuck, Knöpfe und Schließen, heute in vierter Generation. Mehr über uns

Quellen: Maße und Preise aus unserem Sortiment (Stand Oktober 2026); Abendzeitung München / dpa: Schleife links, Schleife rechts. Der Dirndl-Code (mit Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, und Alexander Wandinger, Trachtenberatung des Bezirks Oberbayern).