Trachtenschmuck reinigst du am besten trocken mit einem weichen Tuch und lagerst ihn trocken und getrennt von anderen Stücken. Tauchbäder, Zahnpasta oder Alufolie schaden der Oberfläche, und den Gamsbart solltest du nie bürsten.
Hier erfährst du, wie du Schmuck in Altsilber-Optik, versilberte Teile, Kristalle und den Gamsbart pflegst, damit sie viele Feste lang schön bleiben. Wir sind Familie Kube aus Bad Endorf und fertigen unter dem Namen Trachtenschmuck Stephan seit 1949 Trachtenschmuck, mit eigener Galvanik.
Das Wichtigste in Kürze
- Altsilber-Optik: nur die erhabenen Stellen sanft abreiben, die dunklen Vertiefungen nie blank putzen.
- Tabu: Tauchbad, Zahnpasta und Alufolie.
- Kristalle: nach der Pflegeanleitung des Herstellers reinigen.
- Gamsbart: nie bürsten, hängend lagern, bei Bedarf über feuchter Luft aufrichten, kein heißer Dampf.
- Lagerung: trocken, jedes Stück für sich, Zirbe nur beim Gamsbart und nicht beim Metall.
Warum Altsilber-Optik besondere Pflege braucht
Altsilber ist kein Material, sondern eine Oberfläche. Bei der Altsilber-Optik werden die Vertiefungen eines Schmuckstücks bewusst dunkel gehalten, die erhabenen Stellen bleiben hell. Erst dieser Kontrast lässt Ranken, Blüten und feine Linien plastisch wirken.
„Altsilber für den warmen, rustikalen Charakter. Versilbert für einen klaren, edlen Abschluss.“
Sebastian Kube, Trachtenschmuck-Manufaktur
Wer ein Stück in Altsilber-Optik kräftig poliert, putzt genau diese Patina aus den Vertiefungen heraus. Das lässt sich zu Hause nicht mehr rückgängig machen. Darum gilt: Mit einem weichen, trockenen Tuch nur über die erhabenen Stellen wischen und die Tiefen in Ruhe lassen.
So reinigst du Trachtenschmuck richtig
| Oberfläche | So geht's | Lieber nicht |
|---|---|---|
| Altsilber-Optik (z. B. Knöpfe, Hutschmuck, Charivari-Ketten) | weiches, trockenes Tuch, nur die erhabenen Stellen | Silberputzmittel, Tauchbad, kräftiges Polieren |
| Versilbert, glänzend (z. B. versilberte Erbskette) | Anlaufen mit einem Silberputztuch abnehmen | Zahnpasta, Alufolie mit Salz oder Natron, Scheuermittel |
| Kristalle | nach der offiziellen Pflegeanleitung des Herstellers | eigene Hausmittel ausprobieren |
| Gamsbart | hängend lagern, über feuchter Luft aufrichten | Bürste, heißer Dampf, Wasser |
Zahnpasta, Tauchbäder und Hausmittel wie Alufolie im Salzbad wirken auf die ganze Oberfläche ein, auch auf die Vertiefungen. Bei der Altsilber-Optik verschwindet so der Kontrast, den wir in der Werkstatt bewusst angelegt haben.
Unsere versilberte Erbskette läuft mit der Zeit an, das ist bei Silber normal. Ein Silberputztuch reicht, um den Glanz zurückzuholen.
Richtig lagern: trocken und getrennt
Am besten bewahrst du jedes Stück einzeln auf, zum Beispiel in einem Beutel oder einem Fach. So verkratzen Kropfketten, Charivaris und Anstecknadeln nicht aneinander, und feine Ketten verheddern sich nicht. Der Ort sollte trocken sein, also nicht das Badezimmer.
Nach dem Fest lohnt sich ein kurzer Blick: Feuchtigkeit oder Bierspritzer vorsichtig mit dem Tuch abtupfen, bevor der Schmuck in die Schachtel kommt.
Den Gamsbart pflegen
Der Gamsbart ist ein Naturstück und braucht eine andere Pflege als Metall. Die wichtigste Regel: nie bürsten. Die feinen Haare brechen und der Bart verliert seine Form.
- Hängend lagern: so liegt nichts auf den Haaren und sie werden nicht geknickt.
- Aufrichten bei Bedarf: den Bart kurz über feuchte Luft halten, damit sich die Haare wieder aufstellen.
- Kein heißer Dampf: zu viel Hitze schadet dem Bart.
Ein Gamsbarthalter hält den Bart am Hut in Form. Beim Gamsbarthalter „Gams“ mit Stütze sorgt ein Ring dafür.
„Mit der feinen Schraube kannst du deine Schmuckstücke fixieren und die Stütze mit einem Ring hält den Bart in Form.“
Sebastian Kube
Zirbe: gut für den Gamsbart, schlecht fürs Silber
Zirbenholz schützt den Gamsbart vor Motten. Silber und versilberte Teile lässt die Zirbe aber schwarz anlaufen. Lagere deshalb den Gamsbart mit Zirbe und den Metallschmuck getrennt davon, also nicht in derselben Zirbenschachtel.
Gut zu wissen: Nickel und unsere Galvanik
Viele unserer Knöpfe und Schmuckteile sind aus Messing und werden in unserer eigenen Galvanik veredelt. Wir vernickeln und versilbern selbst und haben so die Oberfläche von Anfang an in der Hand.
„Hier werden Knöpfe gestanzt, geformt, verheiratet und noch vieles mehr.“
Sebastian Kube
Das heißt aber auch: Unsere Teile können Nickel enthalten. Wenn du empfindlich auf Nickel reagierst, schreib uns vor dem Kauf, dann schauen wir gemeinsam, welches Stück passt. Für Schmuck mit längerem Hautkontakt gelten in der EU Grenzwerte für die Nickelfreisetzung.
Häufige Fragen zur Pflege von Trachtenschmuck
Kann ich Trachtenschmuck mit Zahnpasta putzen?
Nein. Zahnpasta greift die Oberfläche an und nimmt bei der Altsilber-Optik die dunklen Vertiefungen mit.
Womit putze ich versilberte Teile?
Mit einem Silberputztuch. Damit bekommst du das Anlaufen leicht wieder weg. Für Stücke in Altsilber-Optik reicht ein weiches, trockenes Tuch.
Wie bekomme ich einen zerdrückten Gamsbart wieder in Form?
Halte ihn kurz über feuchte Luft, bis sich die Haare aufrichten, und lass ihn dann hängend trocknen. Nicht bürsten und keinen heißen Dampf verwenden.
Darf ich Schmuck und Gamsbart zusammen in eine Zirbenschachtel legen?
Besser nicht. Die Zirbe hält Motten vom Gamsbart fern, lässt Silber aber schwarz anlaufen.
Enthält euer Schmuck Nickel?
Unsere Teile können Nickel enthalten, manche sind in unserer Galvanik vernickelt. Bei einer Nickelempfindlichkeit frag uns gern vorher, Details findest du auch in unseren häufigen Fragen.
Passend dazu: Kropfketten und Kropfbänder, Charivaris für Herren und Trachtenknöpfe.
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Über den Autor: Sebastian Kube führt mit seiner Familie die Trachtenschmuck-Manufaktur in Bad Endorf im Chiemgau. Unter dem Namen Trachtenschmuck Stephan fertigt die Familie seit 1949 Trachtenschmuck, Knöpfe und Schließen, heute in vierter Generation. Mehr über uns
Quellen: Erfahrungen aus der eigenen Werkstatt und Galvanik; Pflegeanleitung des Kristallherstellers; Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH), Anhang XVII, Eintrag 27 (Nickel), EUR-Lex.